US-Richter protestiert mit Rücktritt gegen Bushs Überwachungspolitik
Zwar nicht unmittelbar IW-relevant, aber die NSA untersteht immerhin dem
Pentagon.
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21.12.2005 16:44
US-Richter protestiert mit RÃcktritt gegen Bushs Ãberwachungspolitik
Das EingestÃndnis[1] von US-PrÃsident George W. Bush, schon vor Jahren ein Bespitzelungsprogramm des US-Nachrichtendienstes NSA (National Security Agency) gegen BÃrger im eigenen Land autorisiert zu haben, ohne dafÃr die verfassungsmÃÃig vorgeschriebene richterliche Genehmigung einzuholen, sorgt in den Vereinigten Staaten zunehmend fÃr EmpÃrung. Aus Protest gegen die Bush-Politik erklÃrte jetzt erstmals auch ein Richter des Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) seinen RÃcktritt. Das Gericht hat die Aufgabe, die Einhaltung des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) zu Ãberwachen, das den Einsatz von geheimdienstlichen Mitteln zur Spionageabwehr in den USA regelt.
James Robertson[2], der 1994 vom damaligen US-PrÃsidenten Bill Clinton zum Bundesrichter am U.S. District Court fÃr den Regierungsbezirk Columbia ernannt wurde und seit 2002 dem FISC angehÃrte, gab Ãffentlich zwar keine GrÃnde fÃr seinen RÃcktritt an â im privaten Kreis soll er laut US-Medien aber geÃuÃert haben, die von Bush ohne richterliche Anordnung veranlassten NSA-ÃberwachungseinsÃtze seien in seinen Augen "rechtlich fragwÃrdig" und wÃrden die Arbeit des Gerichts unterminieren. Der 1978 einberufene Foreign Intelligence Surveillance Court mit seinen insgesamt elf Richtern galt bislang als einzige Instanz, die Ãber AntrÃge zur Zulassung von AbhÃrmaÃnahmen im Zuge der Abwehr geheimdienstlicher AktivitÃten fremder MÃchte entscheiden darf.
Die US-Regierung beharrt indes auf dem Standpunkt, die Ãberwachung von Telefonen und E-Mails von US-BÃrgern, die verdÃchtigt werden, Verbindungen zu Terrororganisationen zu unterhalten, sei durch den Patriot Act legitimiert, weshalb man keine zusÃtzliche Genehmigung des FISC fÃr solche MaÃnahmen benÃtige. Die New York Times hatte in der vergangenen Woche berichtet, die NSA habe seit Anfang 2002 insgesamt rund 500 Personen im Rahmen eines geheimen AbhÃrprogramms Ãberwacht. Mehrere US-Senatoren, darunter der demokratische Politiker John Rockefeller und der ehemalige FÃhrer der Demokraten im Senat, Tom Daschle, rÃumten inzwischen ein, zumindest teilweise von den AbhÃrmaÃnahmen gewusst zu haben.
Rockefeller gab an, er habe Vize-PrÃsident Dick Cheney unmittelbar nach Kenntnisnahme der AbhÃrmaÃnahmen einen Brief zukommen lassen, in dem er erhebliche Zweifel an der RechtmÃÃigkeit der NSA-Ãberwachungen ÃuÃerte und darauf hinwies, dass er die AbhÃrpraktiken nicht unterstÃtzen kÃnne. Eine Reaktion des WeiÃen Hauses sei aber ausgeblieben. Da die von der US-Regierung in das AbhÃrprogramm eingeweihten Personen zur strikten Geheimhaltung verpflichtet gewesen seien, habe er seine Vorbehalte aber nicht Ãffentlich machen kÃnnen. Der republikanische Senator John McCain warf Rockefeller daraufhin vor, nicht das getan zu haben, was in einem solchen Fall nÃtig sei: "Wenn ich Ãberzeugt bin, dass jemand gegen das Gesetz verstÃÃt, dann ist es egal, ob die Sache geheim oder nicht geheim ist. Ich wÃrde dann aufstehen und sagen 'hier wird das Gesetz gebrochen'." (pmz[3]/c't)
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